Notaus Hochvoltakku

  • Ich fahre einen Kuga MK3 PHEV Bj. 2022 Da ich technisch sehr interessiert bin und ich gerne das Auto nicht nur erleben sondern auch erlenen möchte, habe ich eine Frage zu dem "Notaus" des HV Akkus. Zum Beispiel bei einem Crash oder einem sonstigen Ereignisses, die es erforderlich machen den HV Akku vom System zu trennen.


    Über die Ford Rescue Seite bin ich auf die Anleitung für Rettungskräfte gestoßen. Es gibt zwei Möglichkeiten:


    1. Massekabel der 12V Batterie im Kofferraum zu trennen, fertig.

    2. Notausstecker im Motorraum. Dazu habe ich ein Foto angehangen. Soweit klar, wo der Stecker ist und wie man das macht.


    Jetzt die Frage zu der 2. Möglichkeit, wenn ich den Stecker gezogen und gegen Einschalten gesichert habe, kann ich ihn dann danach wieder selbst zurück in die Ursprungsposition bringen oder ist dann ein neuer Stecker fällig bzw. muss das dann der FFH machen?

  • Ich habe das selbst bisher nicht getestet, aber wenn ich das richtig sehe, ist dies die Steckverbindung, die für das obligatorische "Freischalten" vorgesehen ist, bevor man an elektrischen Komponenten arbeitet und keine "Notabschaltung".

    Daher sollte sich diese Steckverbindung problemlos wieder schließen lassen, denn immer wenn die Werkstatt an den Hochvoltkomponenten arbeitet, ist dieses Freischalten unabdingbar - da wäre es mehr als Kontraproduktiv, wenn man jedes Mal einen neuen Stecker montieren würde.


    Ich würde aber - obwohl ich Elektrofachkraft bin und auch schon an 10 kV-Anlagen gearbeitet habe - nicht ohne besonderen Anlass an der Hochvoltanlage irgendwelche Verbindungen trennen "nur mal so aus Interesse.


    Gruß Jörg

    Kuga III - PHEV - Titanium - Sedona-Orange-Metallic - EZ 08/2020 - go-e-Charger 11kW - PV-Anlage 7,2kWp

  • Ich würde aber - obwohl ich Elektrofachkraft bin und auch schon an 10 kV-Anlagen gearbeitet habe - nicht ohne besonderen Anlass an der Hochvoltanlage irgendwelche Verbindungen trennen "nur mal so aus Interesse.

    Diese Steckverbindung ist aber genauso wenig eine Hochvoltkomponente wie das Massekabel der 12V-Batterie. Sie unterbricht nur die 12V-Steuerleitung der Schütze, mit denen der HV-Akku vom HV-Netz getrennt wird.


    Für Servicezwecke wird diese Verbindung ja getrennt, wenn das Fahrzeug ausgeschaltet ist und die Schütze ohnehin abgefallen sind. So soll lediglich verhindert werden, dass sie während der Arbeiten wieder anziehen, falls z.B. jemand unwissentlich den Startknopf drückt.


    Bei einem Unfall sieht das schon anders aus, da dann eventuell das HV-Netz noch in Betrieb ist. Dann ist es zwar besser, das Massekabel der 12V-Batterie zu trennen, um die Schütze des HV-Akkus abfallen zu lassen, weil so auch gleichzeitig Schmorbrände im 12V-System verhindert werden. Aber vielleicht lässt sich die elektrische Verriegelung der Heckklappe nach einem schwereren Unfall nicht mehr öffnen, während die mechanische Verriegelung der Motorhaube noch funktioniert. Wenn jetzt noch Ladung und ein Notrad den Zugang zur 12V-Batterie erschweren, ist es sinnvoll erst einmal den Steckverbinder im Motorraum zu öffnen.


    Und ja, auch ich würde diesen Steckverbinder nicht nur aus Neugier testen, vor allem nicht bei eingeschaltetem Fahrzeug. Aber eine Gefahr für die Person, die das macht, sehe ich nicht, eher schon für das Auto.


    Dennoch ist es gut zu wissen, dass es diesen Steckverbinder gibt und wo er sich befindet. Das habe ich mir auch sofort nach Erhalt des Fahrzeugs angesehen, nachdem ich die Rettungskarte ausgedruckt und hinter die Sonnenblende fahrerseitig untergebracht hatte.

  • Ihr seid toll, danke für die schnellen Rückmeldungen. Das mit dem Notaus hatte ich gewählt, damit es jeder versteht was ich meine. Beste Grüße aus Düsseldorf

  • Diese Steckverbindung ist aber genauso wenig eine Hochvoltkomponente wie das Massekabel der 12V-Batterie. Sie unterbricht nur die 12V-Steuerleitung der Schütze, mit denen der HV-Akku vom HV-Netz getrennt wird.

    Du hast natürlich vollkommen recht, dass es sich bei der Steckverbindung nur um eine Kleinspannungsverbindung handelt! Hatte ich irgendwie nicht auf dem Schirm - liegt aber auch daran, dass ich es gewohnt bin, beim "Freischalten" einen Stromkreis direkt zu trennen und nicht indirekt über die Unterbrechung der Steuerstromversorgung für die Hauptschütze!


    Ist in der Elektrotechnik eher ungewöhnlich - zumindest die ausschließliche indirekte Trennung, als zusätzliche Sicherheit kenne ich das aus der Mittelspannungstechnik schon...auch wenn das schon fast 30 Jahre her ist.


    Danke für deine Richtigstellung! :thumbup:


    Gruß Jörg

    Kuga III - PHEV - Titanium - Sedona-Orange-Metallic - EZ 08/2020 - go-e-Charger 11kW - PV-Anlage 7,2kWp

  • … Ist in der Elektrotechnik eher ungewöhnlich - zumindest die ausschließliche indirekte Trennung, als zusätzliche Sicherheit kenne ich das aus der Mittelspannungstechnik schon ...

    Nun ja, ein 500A-Trennschalter unterm Auto wäre doch auch nicht gerade praktisch. ;)


    Und obwohl man in der Kfz-Technik bei 300 V Gleichspannung von HV spricht, befinden wir uns damit lediglich im Niederspannungsbereich.


    Ich kenne nicht die Vorschriften für die Werkstätten, aber der HV-Akku ist über Steckverbindungen angeschlossen, die man zusätzlich ziehen könnte.

  • Nun ja, ein 500A-Trennschalter unterm Auto wäre doch auch nicht gerade praktisch. ;)

    Zweifelsohne! Aber es muss ja nicht gleich ein Leistungs- oder Lasttrennschalter sein.... :)

    Ein einfacher Trennschalter täte es ja auch, denn dass man den Kuga bei voller Fahrt freischalten muss, kommt wohl eher selten vor... ;)


    Aber ich glaube, dieses Gespräch führt in diesem Forum (fachlich) etwas zu weit.


    Gruß Jörg

    Kuga III - PHEV - Titanium - Sedona-Orange-Metallic - EZ 08/2020 - go-e-Charger 11kW - PV-Anlage 7,2kWp